Inspirierende Vorbilder und die Angst es nicht genauso hinzubekommen wie sie

Kann es sein, dass wir etwas ängstlicher geworden sind, wenn es darum geht, Neues zu wagen, Risiken einzugehen, etwas völlig anders zu machen, als es die anderen tun? Und das obwohl uns noch nie so viele verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung standen? Obwohl wir unser Leben noch nie so stark selbst bestimmen konnten wie heute? Obwohl wir uns neue Fähigkeiten noch nie so einfach selbst beibringen konnten? Und obwohl wir noch nie so viele inspirierende Vorbilder hatten wie heute durch Youtube, Instagram, Podcasts etc.?

Aber hier liegt wohl die Krux. Die Qual der Wahl. Die vielen verschiedenen, scheinbar perfekten, Vorbilder.

Nehmen wir mal an, du würdest dich selbst durchaus als kreativen Menschen bezeichnen. Du hast schon immer gerne gemalt oder gezeichnet. Dein Traum, den du nie laut ausgesprochen hast, war es schon immer, von deiner Kreativität zu leben. Morgens voller Vorfreude auf den neuen kreativen Tag aufzustehen und dir zu überlegen mit welchem Kunstwerk du die Welt heute bereichern kannst – das wäre dein Best-Case-Szenario. Trotzdem hast du dich für einen „normalen“ Job entschieden, einen, den die anderen auch machen. Einen, den Freunde und Familie verstehen. Er ist ok, du weißt, was du tust, das Geld ist auch ok, es reicht, um ein normales Leben zu führen. Tief in deinem Inneren weißt du allerdings, dass dein aktueller Job nicht das Wahre ist. Du versprichst dir selbst immer wieder: Eines Tages werde ich genug Zeit haben, um mich voll und ganz meiner Kreativität zu widmen. Dann zieh ich mein Ding durch. Irgendwann kommt wieder einer dieser mutigen Tage und die All-or-Nothing-Stimmung packt dich – vielleicht weil du einen super motivierenden Podcast gehört hast oder ein Zitat gelesen hast, das etwas bei dir ausgelöst hat. Du beschließt: Heute probiere ich etwas Neues aus, den Wasserfarben-Pinselstift, den ich mir schon vor Wochen gekauft habe. Damit bringe ich meine Bilder auf ein ganz neues Level – Bilder, die andere Menschen in ihren eigenen vier Wänden hängen haben möchten und dafür auch noch gerne Geld bezahlen.

Ehe dein Pinselstift überhaupt das erste Mal den Farbtopf berührt, schaust du dir aber noch schnell ein Tutorial im Internet dazu an. Und ehe du das Gesehene versuchst, mal selbst in die Tat umzusetzen, schaust du noch schnell auf Pinterest nach Inspiration für Motive, die du malen könntest. Wenn du schon dabei bist, dann legst du dir auch gleich mal eine geheime Pinnwand mit atemberaubenden Aquarellzeichnungen an – nur für Inspirationszwecke versteht sich.

Schließlich probierst du dich, auf deinem vollen Zeichenblock, selbst ein wenig aus, schielst nebenbei aber immer wieder auf die perfekten Ergebnisse des Profis im Video und die makellosen Motive auf deiner geheimen Pinnwand. Nach zwei Stunden stellst du fest: So großartig wie bei den anderen schaut meins aber noch lange nicht aus. Du beginnst daran zu zweifeln, ob du wirklich so kreativ bist, wie du bisher immer von dir gedacht hast. Und ob es überhaupt realistisch ist zu glauben, ausgerechnet du könntest mit deiner Kreativität Geld verdienen. Du kommst zu dem Entschluss: In meinem jetzigen Job bin ich besser aufgehoben. Ich weiß bereits wie alles funktioniert, alles ist geregelt und ich weiß, was mich dort erwartet.

Die einstig mutige All-or-Nothing-Stimmung ist verflogen. Warum? Weil andere dir deine vermeintlichen Grenzen aufgezeigt haben. Grenzen, die du dir in diesem Moment allerdings selbst gesetzt hast, weil du dich mit anderen verglichen hast und die Erwartung hattest, es genauso machen zu müssen, wie sie es dir vorgemacht haben – und das auch noch binnen weniger Stunden.

An sich gibt es überhaupt nichts Verwerfliches daran, sich Fähigkeiten, Wissen, Inspiration und Motivation mit Hilfe von Tutorials, Onlinekursen, Podcasts, Büchern, Artikeln, Seminaren usw. anzueignen. Im Gegenteil, es ist sogar absolut großartig und hilfreich, dass wir in einer Zeit leben, in der das so einfach möglich ist.

Die Vielfalt an Inspirations- und Self-Learning-Möglichkeiten führt heute allerdings dazu, dass wir erst wissen wollen, wie andere etwas machen, bevor wir selbst ins Handeln kommen.

Mit dem Ziel: Erstmal mach ich’s so wie die anderen es machen, danach mache ich’s auf meine Art und Weise. Eine Einstellung, die zum Scheitern verurteilt ist. Ein absoluter Kreativitäts-Killer. Schließlich ist es doch Originalität, die die Welt bewegt. Und Originalität entsteht nicht, indem du deine Idee genauso umsetzt wie es jemand anders tun würde. Originalität lebt von dir. Originalität braucht Zeit, Geduld, Selbstvertrauen, Hingabe und den Mut es anders zu machen als alle anderen.

Warum schreibe ich das überhaupt? Schließlich starte ich doch selbst einen Podcast, der sich um inspirierende Frauen dreht und wie sie dahin gekommen sind, wo sie jetzt sind.

Sieh diese Zeilen als eine Art Gebrauchsanweisung für den Busy and Bold Podcast. Du wirst Stories hören von Frauen, die ihr eigenes Ding durchziehen. Jede Menge Motivation und Inspiration ist also vorprogrammiert. Lass die einzigartigen Stories auf dich wirken und dich für diesen Moment in ihren Bann ziehen. Nimm sie als Ansporn für deine Träume und Ziele los zu gehen. ABER: Setze das Gehörte am Ende auf deine Art und Weise in die Tat um.

Denn es gibt kein Patentrezept für Erfolg. Auch, wenn viele dir heutzutage eins verkaufen wollen. Es gibt keine Erfolgsschablone, die du dir von jemandem borgen und sie einfach kurz über dein Leben legen kannst. Du kannst dich von anderen Lebenswegen und Strategien inspirieren und motivieren lassen. Kannst dir das ein oder andere für dein Leben abgucken und es so einsetzen, dass es zu dir passt. Aber habe niemals den Anspruch, etwas genauso erreichen zu müssen wie es jemand anders getan hat.

PODCAST Coming soon ❤

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